Hochtemperatur-Wärmepumpen heben Abwärme aus Abwasser, Kühlwasser, feuchter Abluft oder Brüden auf das Temperaturniveau Ihres Prozesses – für Heißwasser, Prozessluft und Dampf. Wir legen sie herstellerunabhängig aus und rechnen ehrlich.
Beispiel COP 3: Aus 1 kWh Strom und 2 kWh Abwärme werden 3 kWh Nutzwärme.
Trocknen, Pasteurisieren, Reinigen, Eindampfen, Destillieren: Viele Prozesse brauchen Wärme unter 150 °C – und erzeugen gleichzeitig Abwärme knapp darunter. Ein Gaskessel nutzt diese Abwärme nicht.
Die Leistungszahl (COP) einer Wärmepumpe hängt vor allem vom Abstand zwischen Quellen- und Senkentemperatur ab. Die physikalische Obergrenze ist der Carnot-COP; reale Anlagen erreichen typischerweise 40–60 % davon (Gütegrad).
Entscheidend für die Auslegung ist deshalb nicht die Eintrittstemperatur der Abwärme, sondern die Temperatur, bei der das Kältemittel tatsächlich verdampft – abhängig vom Medium der Wärmequelle: Flüssigkeiten lassen sich eng anfahren, Luft braucht größere Temperaturdifferenzen, feuchte Abluft gibt ihre Wärme vor allem beim Kondensieren unterhalb des Taupunkts ab.
COP = ηG × TK / (TK − TV) [T in Kelvin]
| Temperaturhub | COP kommerzieller HTWP |
|---|---|
| 30 K (Senke 120 °C, Versuch) | 5,7 – 6,5 |
| 40 K | bis ≈ 5,8 |
| 60 K | ≈ 3 |
| 70 K (Senke 120 °C, Versuch) | 2,2 – 2,8 |
| 130 K | ≈ 1,6 |
Quellen: Arpagaus et al. 2018; dena Technologie-Fakten HTWP.
Wählen Sie Medium und Temperatur Ihrer Wärmequelle sowie die benötigte Senkentemperatur. Der Rechner bestimmt Verdampfungs- und Kondensationstemperatur mediumabhängig und schätzt COP, Stromeinsatz und Wirtschaftlichkeit ab.
Temperaturen, Mengen und Zeitprofile von Abwärme und Wärmebedarf erfassen; Pinch-Analyse für die beste Einbindung.
2–6 WochenKältemittel, Verdichter, ein- oder zweistufig, Speicher, Hybrid mit Bestandskessel – herstellerunabhängig verglichen.
4–8 WochenEEW-Antrag vor Vorhabenbeginn, Ausschreibung, Netzanschluss- und Leistungsprüfung.
projektabhängigMontage, Inbetriebnahme, Monitoring von COP und Einsparung – optional als Wärme-Service.
optional as a ServiceGute Wärmeübertragung, kleine Grädigkeit. Bei Abwasser begrenzen Feststoffe und Fouling die Annäherung – oft mit Zwischenkreis.
Heißwasser 70–100 °C für Reinigung, Pasteurisierung, Bäder, Vorwärmung.
Zeitgleichheit von Quelle und Senke prüfen; Pufferspeicher entkoppeln Schwankungen.
Der Großteil der Energie ist latent gebunden und wird erst unterhalb des Taupunkts frei. Hohe Wasserbeladung bedeutet hohen Taupunkt – und damit hohe Quellentemperatur.
Trocknerzuluft, Prozesswasser, Niederdruckdampf.
Verschmutzung, Fasern und Kondensat beherrschen; Korrosionsbeständigkeit der Wärmetauscher.
Kondensierender Dampf liefert Wärme bei konstanter Temperatur. Offene Brüdenverdichtung (MVR) erreicht bei moderatem Hub hohe Leistungszahlen.
Prozessdampf, Eindampfer, Trockner.
Kälte- und Druckluftanlagen geben ihre Abwärme ohnehin ab – die Wärmepumpe nutzt sie, statt sie über Rückkühler zu vernichten.
Heißwasser, Hallenheizung, Vorwärmung.
Kombinierter Nutzen: Kälte und Wärme aus einer Anlage – z. B. in Molkereien.
Prozesswärme aus erneuerbaren Energien – darunter Wärmepumpen für industrielle Prozesse (nicht Gebäudeheizung).
Stand 2026; Antrag vor Vorhabenbeginn. Maßgeblich sind die aktuellen Richtlinien von BAFA bzw. Förderzentrale Deutschland.
Am Markt verfügbare Hochtemperatur-Wärmepumpen liefern rund 50 bis 160 °C bei Leistungen von etwa 20 kW bis über 20 MW. Für Dampf auf höherem Druckniveau wird die Wärmepumpe mit einer Dampfverdichtung kombiniert.
Wenn die Wärmekosten der Wärmepumpe (Strompreis ÷ COP) unter denen des Kessels (Gaspreis inkl. CO₂ ÷ Kesselwirkungsgrad) liegen. Der Rechner oben zeigt diesen Break-even-COP für Ihre Preise. Hinzu kommen Investition, Förderung und Wartung.
Jeder Wärmetauscher braucht eine Temperaturdifferenz. Bei Wasser reichen wenige Kelvin, bei Luft oder verschmutztem Abwasser sind es mehr. Feuchte Abluft gibt ihre Wärme hauptsächlich beim Kondensieren ab – maßgeblich ist hier der Taupunkt, nicht die Ablufttemperatur.
Zunehmend natürliche Kältemittel wie Wasser, Ammoniak, CO₂ und Kohlenwasserstoffe sowie fluorierte Olefine. Die Wahl hängt von Temperaturniveau, Sicherheitsanforderungen und Regulierung ab.
In der Regel ja – als Redundanz und für Spitzenlasten. Hybride Betriebsweisen erlauben es zudem, je nach Strom- und Gaspreis den günstigeren Wärmeerzeuger zu fahren.
Jede Lösung funktioniert eigenständig. Ihre volle Wirkung entfalten sie im Zusammenspiel: Potenziale ermitteln, Technik auslegen, umsetzen, finanzieren und betreiben.
Die Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Kennwerte sind typische Bandbreiten bzw. dokumentierte Einzelwerte und ersetzen keine individuelle Ingenieuranalyse. Förderbedingungen und gesetzliche Vorgaben können sich ändern – maßgeblich sind die jeweils aktuellen Richtlinien. Open House of Energy übernimmt keine Haftung für Fehler oder Auslassungen.
Viele namhafte Unternehmen vertrauen Open House of Energy
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