Mechanische Brüdenverdichtung (MVR), Thermokompression sowie Flash-Dampf- und Kondensatnutzung machen aus Brüden, Haubenabluft und Entspannungsdampf wieder nutzbaren Prozessdampf – elektrisch angetrieben, ohne zusätzlichen Brennstoff.
Werte aus dem dokumentierten Wirtschaftlichkeitsbeispiel Zellstofftrocknung (siehe unten).
In Trocknung, Eindampfung und Destillation wird Wasser verdampft und der Dampf anschließend über Dach oder Kühlturm abgegeben. Die darin steckende Verdampfungsenthalpie ist der größte Einzelposten der Prozesswärme – und lässt sich zurückgewinnen.
Feuchte Abluft aus Trockenpartien und Trocknern trägt latente Wärme. Mit einfachen Wärmetauschern ist sie wegen niedriger Temperaturdifferenzen, Kondensat und Verschmutzung nur begrenzt nutzbar.
Beim Entspannen von Kondensat entsteht Flash-Dampf. Ohne Rückführung auf ein nutzbares Druckniveau wird er kondensiert oder abgeblasen – inklusive Wasser- und Aufbereitungskosten.
Jede MWh Erdgas verursacht rund 0,2 t CO₂. Der nationale CO₂-Preis liegt 2026 und 2027 im Korridor von 55–65 €/t; für ETS-Anlagen gilt der EU-Emissionshandel.
Welche Technologie passt, entscheiden Druckniveaus, Dampfmengen, Laufzeiten und Strom-/Gaspreisverhältnis. Wir bewerten technologieoffen.
| Technologie | Prinzip | Geeignet, wenn … | Typische Anwendungen |
|---|---|---|---|
| Mechanische Brüdenverdichtung (MVR) | Elektrisch angetriebene Turbo-, Radial- oder Schraubenverdichter heben Brüden auf ein höheres Druck- und Temperaturniveau. | Dampf/Brüden in ausreichender Menge vorliegen und der Temperaturhub moderat ist; besonders effizient bei Quellen über 80 °C. | Eindampfung, Trocknung, Destillation, Papiertrocknung |
| Thermokompression (Dampfstrahlverdichter) | Hochdruck-Treibdampf saugt Niederdruckdampf an und hebt ihn auf ein mittleres Druckniveau – ohne bewegte Teile. | Treibdampf ohnehin verfügbar ist und eine robuste, wartungsarme Lösung gefragt ist. | Dampf-/Kondensatsysteme der Trockenpartie, Eindampfer |
| Flash-Dampf- & Kondensatnutzung | Entspannungsdampf wird auf einer niedrigeren Druckstufe genutzt, Kondensat mit Restwärme zurückgeführt. | Mehrere Druckstufen und hohe Kondensatmengen vorhanden sind. | Kesselhaus, Speisewasservorwärmung, Niederdruckverbraucher |
| Hochtemperatur-Wärmepumpe + Dampferzeugung | Abwärme 40–100 °C wird auf Dampfniveau gehoben (geschlossener Kreislauf, ggf. mit nachgeschalteter Verdichtung). | Keine Brüden, aber Abwasser, Kühlwasser oder feuchte Abluft verfügbar sind. | Lösung C: Industrielle Wärmepumpen |
Eingesparter Brennstoff wirkt unmittelbar auf Energiekosten und EBITDA – unabhängig vom Absatzvolumen.
Weniger Erdgas bedeutet geringere Abhängigkeit von Gas- und CO₂-Preisen. Der bestehende Kessel bleibt als Redundanz erhalten.
Elektrisch erzeugter Dampf senkt direkte Emissionen; in Kombination mit Grünstrom oder PPA nahezu vollständig.
Ein mechanischer Dampfkompressor verdichtet 16 t/h Dampf von 3,3 auf 16 bar(a). Aus 2,65 MW elektrischer Leistung werden 11,2 MW thermische Leistung – rund 4,2 kWh Wärme je kWh Strom.
Quelle: Spilling Project Partner GmbH & Co. KG. Preisannahmen des Beispiels: Erdgas 30 €/MWh, Strom 80 €/MWh, CO₂ 30 €/t. Diese liegen unter dem heutigen Niveau – wir rechnen Ihren Fall immer mit aktuellen Preisen und Ihren Lastgängen.
| Vollbenutzungsstunden | 7.500 h/a |
| Investition Kompressor + Peripherie | 2,5 + 2,0 Mio. € |
| Betriebskosten (Strom + Wartung) | 1,71 Mio. €/a |
| Vermiedene Gaskesselkosten inkl. CO₂ | 2,74 Mio. €/a |
| Netto-Einsparung | ≈ 1,03 Mio. €/a |
| CO₂-Minderung | ≈ 7.400 t/a |
| Statische Amortisation (ohne Förderung) | 4,4 Jahre |
Druckstufen, Dampf- und Brüdenmengen, Kondensatwege und Lastgänge erfassen – mit Messkampagne, wo Daten fehlen.
2–6 WochenTechnologieauswahl MVR, Thermokompression oder Flash-Nutzung; Wirtschaftlichkeit nach DIN EN 17463 (ValERI) mit aktuellen Preisen.
4–8 WochenFörderantrag vor Vorhabenbeginn, Detail-Engineering, Ausschreibung, Einbindung in Revisions- und Stillstandsfenster.
projektabhängigMontage, Inbetriebnahme, Monitoring der Einsparung – auf Wunsch finanziert und betrieben als Service.
optional as a ServiceHaubenabluft der Trockenpartie, Entspannungsdampf aus dem Dampf-/Kondensatsystem, Brüden aus Zellstofftrocknung.
Thermokompression im Dampf-/Kondensatsystem, MVR für Brüden, Wärmepumpe für Haubenabluft-Wärme.
Dampf ist bei Papier und Tissue der dominierende Energieposten – jede zurückgewonnene Tonne Dampf senkt Gasbezug und CO₂-Kosten direkt.
Brüden aus Eindampfern, Abgase und Abluft von Sprühtrocknern, Dampf- und Kondensatsysteme.
MVR-Eindampfung, Abgas- und Abluft-Wärmerückgewinnung, Optimierung der Dampfableiter.
Dokumentiert: −12 % Energieverbrauch an einer Sprühtrocknung bzw. 3.138 MWh/a Einsparung an einem Mehrfachtrockner (siehe Referenzen).
Kopfdampf von Destillationskolonnen, Brüden aus Konzentrations- und Kristallisationsprozessen.
Brüdenverdichtung am Kolonnenkopf (Heat-Pump-assisted Distillation), MVR-Eindampfer.
Bei kleinem Temperaturhub zwischen Kopf und Sumpf ersetzt Strom große Mengen Heizdampf.
Abluft aus Trocknern, Mangeln und Finishern, warmes Abwasser aus Waschstraßen.
Gesamtbetrachtung aller Wärme- und Stoffströme statt Einzelmaschinen; Rückgewinnung in Prozess- und Waschwasser.
Die Wirtschaftlichkeit entsteht im Zusammenspiel der Ströme – genau dort setzt die Systemanalyse an.
Vier phasenweise installierte hybride Abgas-Wärmerückgewinnungssysteme an Sprühtrockner- und Kesselabgasen, kombiniert mit optimierten Dampfableitern.
Erfassung von 600 kW aus Trocknerbrennern bei 230 °C, genutzt für Speisewasser- und Zuluftvorwärmung.
Alle Referenzen: ohoe.eu/referenzen-2026
| Modul | KU / MU / GU |
|---|---|
| Modul 2 – Prozesswärme aus erneuerbaren Energien (u. a. Wärmepumpen) | 60 / 50 / 40 % |
| Modul 4 – Premiumförderung Anlagen- & Prozessoptimierung |
45 / 35 / 25 % + bis 10 %-Pkt. Bonus |
Antrag zwingend vor Vorhabenbeginn – bereits ein Liefervertrag gilt als Beginn. Die Zuordnung zum passenden Modul prüfen wir im Einzelfall.
MVR verdichtet den Prozessdampf direkt (offener Kreislauf) und ist besonders effizient, wenn Brüden oder Niederdruckdampf in ausreichender Menge anfallen und der Temperaturhub moderat ist. Liegt die Abwärme als Abwasser, Kühlwasser oder feuchte Abluft vor, ist eine geschlossene Hochtemperatur-Wärmepumpe meist die passende Lösung.
Das hängt vom Druck- bzw. Temperaturhub ab. Im dokumentierten Beispiel (3,3 → 16 bar(a)) werden rund 4,2 kWh Dampfwärme je kWh Strom bereitgestellt. Bei kleineren Hüben steigt die Leistungszahl deutlich.
Die Einbindung wird auf geplante Revisions- und Stillstandsfenster gelegt. Bypass-Lösungen und der bestehende Kessel als Redundanz sichern die Dampfversorgung.
In Frage kommen insbesondere die EEW-Module 2 und 4. Welches Modul greift, hängt von Technologie, Unternehmensgröße und CO₂-Minderung ab. Wichtig: Der Antrag muss vor jeder Beauftragung gestellt werden.
Ja. Über Energieeffizienz & Wärme as a Service übernimmt Open House of Energy Investition und Betrieb; Sie zahlen für gelieferte Wärme bzw. erzielte Einsparung.
Jede Lösung funktioniert eigenständig. Ihre volle Wirkung entfalten sie im Zusammenspiel: Potenziale ermitteln, Technik auslegen, umsetzen, finanzieren und betreiben.
Viele namhafte Unternehmen vertrauen Open House of Energy
Erstgespräch mit einem Experten von Open House of Energy: Kurzanalyse, Potenzial, Investitions- und Einsparindikation, Fördermöglichkeiten – und eine klare Empfehlung, ob sich der nächste Schritt lohnt.
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