Kernaussage: Für Unternehmen mit hoher Abwärme oder hohem Wärmebedarf ist BEW nicht „Kommunalthema“, sondern ein wirtschaftlicher und strategischer Hebel – vorausgesetzt, Industrie und Kommune/Stadtwerk planen frühzeitig gemeinsam.
Die Beantragung von Einzelmaßnahmen im Rahmen der BEW ohne Transformationsplan ist seit dem 15. September 2025 ausgelaufen. Neue Anträge auf Einzelmaßnahmenförderung ohne Transformationsplan sind damit nicht mehr möglich. Für Kommunen und Wärmenetzbetreiber steigt dadurch die Bedeutung von Modul 1 (Transformationsplan/Machbarkeitsstudie), weil es die Planungsgrundlage für förderfähige und umsetzbare Netzinvestitionen schafft.
Zusätzlich ist relevant: Ab dem 01.01.2026 gelten aktualisierte, zusammengefasste Merkblatt-Regelungen für neue Anträge. Wer Projekte plant, sollte daher Dokumentationsanforderungen und Zeitplan sauber auf die aktuelle BAFA-Systematik ausrichten.
Für Modul 2 muss in der Regel eine belastbare Machbarkeitsstudie bzw. ein Transformationsplan für das betrachtete Wärmenetz vorliegen (muss nicht zwingend über BEW gefördert worden sein, muss aber die Kriterien erfüllen).
Abwärme ist in vielen Industrieprozessen ein dauerhaft verfügbarer Energiefluss. Wird sie in ein Wärmenetz integriert, kann daraus ein vertraglich gesicherter Wärmeabsatz entstehen – mit zwei direkten Effekten:
Wichtig: Für die Förderfähigkeit im Investitionsmodul sind Abwärmequellen nicht „nur zu nennen“, sondern technisch nachzuweisen (Prozessbeschreibung, Auskopplung, Einbindungsschema, Auslegung/Dimensionierung). Genau diese Nachweislogik erhöht die Projektsicherheit.
Hohe Wärmebedarfe (Prozesswärme, Heißwasser, Dampf-Peripherie, Hallen/Standort) sind ein Kostenblock und oft ein Risiko (Preisvolatilität, Versorgungsabhängigkeit). Ein Netzprojekt kann – je nach Wärmequelle und Vertragsmodell – zu:
Wärmenetze sind Infrastruktur. Infrastruktur ist selten ein Solo-Projekt. Für die regionale Energiewende und für industrielle Standorte entsteht der größte Nutzen, wenn Kommunen/Stadtwerke (Netz, Verteilung, Anschlussplanung) und Industrie (Abwärmequellen und/oder stabile Abnahme) frühzeitig zusammenarbeiten.
Praktisch bedeutet das: Projektrollen und Verantwortlichkeiten müssen klar sein (Eigentum an Erzeugern, Netzbetrieb, Messkonzept, Preislogik, Verfügbarkeit/Haftung, Investitions- und Betriebsrisiken). Genau diese Klarheit wird in BEW-Projekten ausdrücklich erwartet, insbesondere bei Kooperationen.
Auch wenn die Anforderungen (Planungstiefe, Nachweise, Abstimmungen) zunächst Aufwand erzeugen, entsteht daraus ein strukturierter Rahmen: Projekte werden früher belastbar, Investitionen sind besser finanzierbar, und Kooperationsmodelle zwischen Kommune und Industrie werden klar verhandelbar. Für Standorte mit hoher Abwärme oder hohem Wärmebedarf ist das ein direkter Hebel zur Kostenoptimierung und Risikoreduktion.
Fördermittelstrategie (OHOE): Hier verlinken (bitte Ziel-URL/Unterseite eintragen)